AKSB-Projekt Schülervertretung in Europa: Start-Up Tagung

Lingen. Vom 22.-23. Oktober 2012 wird im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen die Start-Up Tagung zum AKSB-Projekt „Schülervertretung in Europa“ stattfinden. Das Projekt, das durch den Innovationsfonds des BMFSFJ gefördert wird, will Schülervertretungen (SV) und Einrichtungen der non-formalen Bildung europaweit vernetzen. Der Austausch zwischen den Schülervertretungen soll durch SV-Seminare der AKSB-Einrichtungen angeregt und begleitet werden und zunächst virtuell über das Web 2.0 stattfinden. Die Start-Up Tagung für das Projekt soll klären, unter welchen Bedingungen ein erfolgreicher grenzüberschreitender Austausch von Schülervertretungen möglich ist und wie das Web 2.0 als Arbeitsinstrument von Schülervertretungen erfolgreich eingesetzt werden kann.

Angesprochen werden Teilnehmer aus Schule, Organisationen und Einrichtungen der non-formalen Bildung, die im Bereich Schülervertretung engagiert sind und die Interesse haben an einem grenzüberschreitenden Austausch zu Themen und Methoden der SV-Arbeit in verschiedenen europäischen Ländern. In Kürze wird die vollständige Ausschreibung hier erhältlich sein.

Den Flyer zur Tagung können Sie hier herunterladen:

Flyer Start-Up Konferenz

Anmeldungen sind möglich unter dem folgenden Link:

Anmeldung Start-Up Tagung

Anfragen zum Projekt und zur Tagung bitte richten an Christina Gerlach, office@cathyouthadult.org.

Die Tagung wird gefördert aus Mitteln des Innovationsfonds des Kinder- und Jugendplans des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und ist ein Beitrag zur Eigenständigen Jugendpolitik.

Außerschulische politische Bildung und Schule: Gemeinsam gegen Rechtsextremismus

Titelseite der AKSB-Projektdokumentation, die in der AKSB-Geschäftsstelle auch als Printversion kostenlos bei Andrea Rein, sekretariat-bp@aksb.de, angefordert werden kann.

Mit der letzten Sitzung der Steuerungsgruppe am 29. Februar 2012 im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen ging das AKSB-Projekt „Jugend im Web 2.0: Kompetent gegen Rechts“ zu Ende. In der Dokumentation des Projekts zog AKSB-Geschäftsführer und Projektleiter Lothar Harles folgendes Resümee: Rechtsextreme nutzen verstärkt das Web 2.0 zur „Normalisierung“ ihrer extremen Positionen. Als „Wolf im Schafspelz“ wollen sie Jugendliche für ihre Positionen ködern. Besondere Seminarangebote sind daher unverzichtbar: Sie sollen jungen Menschen Mut machen, aktiv für Toleranz, Gerechtigkeit,
Demokratie und gegen Rechtsextremismus einzutreten. Das Projekt habe gezeigt, dass diese Angebote von den Jugendlichen angenommen werden.

AKSB-Geschäftsführer und Projektleiter Lothar Harles

In den Themenfeldern Rechtsextremismus und Web 2.0 gebe es zudem erheblichen Nachholbedarf nicht nur bei Schüler/-innen, sondern auch bei Lehrer/-innen und Eltern, betonte Harles. Sie müssten in Zukunft in entsprechende Bildungsmaßnahmen einbezogen werden. Zudem sei klar geworden: „Niemand kann sich gegen die Gefahren des Rechtsextremismus alleine wehren. Die Zusammenarbeit von außerschulischer politische Bildung und Schule muss daher gestärkt werden: Wir brauchen dringend eine intensivere pädagogische Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus und eine Stärkung der Medienkompetenz im Web 2.0 durch qualifizierte Bildungsarbeit in allen Formen.“

Aus dem Querschnitt der verschiedenen Aktivitäten ergeben sich für das Projekt folgende Schlussfolgerungen und Perspektiven:

Intensive Auseinandersetzung mit Grundsätzen der Demokratie notwendig
Die aktuelle Aufdeckung der Mordserie der rechtsextremistischen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ im Projektzeitraum machte der Öffentlichkeit bewusst, dass rechtsextremistische Gewalt kein Phänomen der Vergangenheit
darstellt. Die Kurse und das Projekt konnten an diese aktuellen Geschehnisse und das aktuelle Bewusstsein in der Bevölkerung im Gespräch mit den Jugendlichen anknüpfen. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus im Spiegel der Gesellschaft muss zentrales Anliegen politischer Bildung sein. Teilweise wurde deutlich, dass die Jugendlichen Schwierigkeiten mit der Formulierung von Gegenentwürfen zu rechten Argumentationsmustern hatten. Eine intensive Auseinandersetzung mit den Grundsätzen und Ideen unseres demokratischen Systems und seiner Werte bleibt daher weiterhin von zentraler Bedeutung.

Stärkere Sensibilisierung in SV-Seminaren für rechtsextreme Aktivitäten im Web 2.0 notwendig
In vielen Schulen, die am Projekt und an den Kursen beteiligt waren, besteht der Eindruck, keine „Probleme mit Rechts“ zu haben. Die SV-Seminare sollten daher stärker auf eine
Sensibilisierung für das Thema Rechtsextremismus fokussiert sein. Aufgabe von Seminaren der politischen Bildung ist es, Grundkenntnisse über rechtsextreme Äußerungen und Tendenzen anzubieten, damit Jugendlichen ein aufgeklärter Umgang mit Rechtsextremismus (im Netz und Offline) möglich wird. Trotz der aktuellen Ereignisse um die rechtsextreme Terrorzelle ergibt sich eine Bereitschaft an Schulen für die Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus nicht automatisch. Hier ist eine gezielte Ansprache erforderlich und die Vermittlung geeigneter Gesprächspartner notwendig.
Steigerung der SV-Kompetenz – Stärkung der Partizipationskompetenz
In der Bildungspraxis der AKSB-SV-Seminare haben sich die Anzeichen verstärkt, dass oftmals bei den Schüler/-innen eine große Bereitschaft zum Engagement, aber nur geringfügiges Wissen um die Rechte und die demokratischen Möglichkeiten
der SV-Arbeit bei den Schüler/-innen und Lehrer/-innen vorhanden sind. Die zusätzliche Möglichkeit, für SV-Partizipationsprozesse auch ePartizipationsmöglichkeiten des Web 2.0
zu nutzen, wird in der Schule ebenfalls nur selten erkannt. Dabei haben Schülervertretungen – oftmals im Gegensatz zur Lehrerschaft und den Elternvertretern – die Möglichkeiten des Social Web erkannt und nutzen sie ausgiebig. Gemeinsam mit
Lehrer/-innen und Elternschaft sollten daher in Zukunft die Möglichkeiten von tatsächlichen und Web 2.0-basierten Partizipationsmöglichkeiten in der SV-Arbeit ausgelotet sowie Modellprojekte konkretisiert und umgesetzt werden.

Stärkung der Medienkompetenz bei Schüler-, Lehrer- und Elternschaft
Während das Web 2.0 für Jugendliche als „Digital Natives“ quasi „normaler“ Bestandteil des sozialen Lebens darstellt, stehen viele Lehrer/-innen und die Elternvertreter den neuen  Medien eher skeptisch gegenüber. In den Seminaren zeigte sich oftmals ein
Kompetenzkonflikt zwischen Lehrer/-innen und Schüler/-innen in Bezug auf Social Media: Während die Verbindlungslehrer/-innen sich zurückhaltend und ängstlich gegenüber Facebook und Co zeigten, konnten die Schüler/-innen bereits auf große Erfahrungen
mit den Medien zurückgreifen. Sie kennen die verschiedenen Möglichkeiten und wissen um deren Bedienung. Dies führt zu der Situation, dass Schüler/-innen sich zwar für die Nutzung von Web 2.0-Aktivitäten stark machen, jedoch von den Lehrer/- innen oftmals keine Unterstützung erfahren. Jugendliche dagegen agieren oft unbekümmert im Social Web. Im Sinne der Medienpädagogik gilt es daher, Jugendliche zu befähigen, selbstbestimmt und kompetent mit dem Social Web umzugehen. Die Steigerung der Medienkompetenz ermöglicht einen adäquaten und aufgeklärten Umgang mit dem Social
Web und mit dort zu findenden rechtsextremen Inhalten. SV-Seminare
können dazu ein geeignetes Mittel sein. Mit Blick auf die oft mangelhafte Medienkompetenz von Lehrer- und Elternschaft sollte ein zukünftiges Kursziel jedoch nicht nur die Medienkompetenz der Schüler/-innen stärken, sondern auch diese
Zielgruppe in das Bildungsangebot mit einbeziehen.

„Reales“ Leben gleicht dem Leben in der „digitalen Welt“
Junge Menschen nutzen verstärkt die Möglichkeiten im Social Web, vor allem die Plattform Facebook ist unter Jugendlichen weit verbreitet. Andere soziale Netzwerke sind dagegen weitgehend unbekannt. Bei den Teilnehmenden der SV-Kurse konnte eine Kongruenz zwischen „realem“ und „virtuellem“ Leben festgestellt werden: Jugendliche im Netz stehen mit den gleichen Leuten in Kontakt, mit denen sie auch im „realen“ Leben einen Umgang pflegen. Der Kampf um (soziale) Anerkennung wird damit auch online geführt. Schüler/-innen gehen davon aus, dass Menschen, die online nicht viele Freunde haben auch offline eher ausgegrenzt sind.

Hohe Ansprüche der Teilnehmenden bezüglich der IT-Ausstattung der Bildungshäuser
Fachtagungen im Themenfeld Web 2.0 sind aus Sicht der Teilnehmenden und Referent/-innen mit hohen Ansprüchen an die kostenlos bereitgestellte Infrastruktur (W-Lan) und die sonstige Veranstaltungstechnik verbunden. Dies erfordert auf jeden Fall
zusätzliche personelle Ressourcen in der technischen Betreuung von Tagungen. Generell lässt sich damit sagen: Politische Bildung braucht bei der Bildungsarbeit im Web 2.0 zusätzliche personelle/finanzielle Ressourcen.

Die Dokumentation kann hier heruntergeladen werden:

AKSB_Dokumentation_KompetentgegenRechts

 

Web 2.0 in der Bildungspraxis

Blick in die Fortbildung mit Rechtsanwalt Dirk Strohmenger

Frankfurt.Gestern fand in der Goethe Universität Frankfurt im Rahmen des Projekts „Jugend im Web 2.0: Kompetent gegen Rechts“  statt. Dirk Strohmenger, Fachanwalt für Medien und Urheberrecht, gabe einen intensiven Einblick in die medien- und urheberrechtlichen Grundlagen für den kompetenten Umgang mit dem Möglichkeiten des Web 2.0. Nils Kroneberg, Consultant Social Media & Digital Publishing / Community Manager (crossrelations), stellte Strategien und Werkzeuge im Web 2.0 in Theorie und Praxis vor. Die Fortbildung konnte in den Räumlichkeiten des Fachbereichs 07 (Professur für Religionspädagogik und Mediendidaktik) stattfinden. Dafür gilt unser Dank Prof. Trocholepczy und Jürgen Pelzer und für die perfekte Tagungsbetreuung Svea Schröder!

Berichterstattung von “Jugend im Web 2.0: Kompetent gegen Rechts”

Porträtfoto Andreas Spengler

Andreas Spengler

Die Jugendpresse Deutschland wird vor Ort von der Fachtagung „Jugend im Web 2.0: Kompetent gegen Rechts“ in Ludwigshafen berichten. Als Bundesverband junger Medienmacher möchte sie mit dieser Form der Kooperation Jugendliche für das Thema „Kompetent gegen Rechts“ sensibilisieren und sie in ihrer Medienkompetenz stärken. Reporter vor Ort wird Andreas Spengler sein. Er war im Vorstand der Jugendpresse in Baden-Württemberg, studiert Politik- und Medienwissenschaften und ist Journalistenschüler am Institut zur Förderung Publizistischen Nachwuchses (ifp), der katholischen Journalistenschule in München. In den kommenden beiden Tagen wird er rund um die Uhr vom Geschehen vor Ort berichten und so das breite Themenspektrum und die vielfältigen Programmpunkte direkt online abbilden. Das Reinklicken lohnt sich also!

Aktiv im Web 2.0 gegen Rechts

Übersicht über Aktivitäten gegen Rechts im Web 2.0:

www.soziale-netzwerke-gegen-nazis.de

www.no-nazi.net

www.amadeu-antonio-stiftung.de (Broschüre Neonazis im Web 2.0)

www.online-beratung-gegen-rechtsextremismus.de

www.clickworker.com

www.hass-im-netz.info

www.lokal-global.de

www.jugendschutz.net (Bericht 2010: Rechtsextremismus online)

Bundeszentrale für politischen Bildung

www.team-mex.de/rechtsextremismus

www.demokratielernenundleben.rlp