Ungarn

Schulsystem

Seit 1998 gibt es Ungarn eine 12-jährige Schulpflicht. Das Schulsystem in Ungarn ist nicht föderal, sondern dezentral organisiert.

Die grundlegende Bildungseinrichtung ist die Allgemeine Schule, die acht Schuljahre umfasst und in die Unterstufe (Klasse 1-4) und Oberstufe (Klasse 5-8) eingeteilt wird. Die „Oberstufe“ (die Klassen 5–8) der achtjährigen Grundschule wird immer mehr den Haupt- und Realschulen im deutschsprachigen Raum ähnlich. Im Anschluss an die Sekundarstufe I (Klasse 8) schließt sich der 4-jährige Besuch einer Berufsmittelschule, Berufsschule, Fachschule oder eines Gymnasiums an. Die Prüfungen zum Erwerb der Hochschulreife werden im ganzen Land einheitlich und zentralisiert abgehalten. Seit 2005 gibt es die Möglichkeit, eine Art „Leistungsmatura“ in einigen Fächern abzulegen, die gleichzeitig als Aufnahmeprüfung für die Universität gilt. Der Erwerb der Hochschulreife ermöglicht ein Studium an Universitäten und Fachhochschulen.

Schülervertretungsarbeit

1993 wurde die Rolle der Schülervertretungen in Ungarn erstmalig gesetzlich geregelt. Das diesbezügliche Gesetz wurde seither mehrfach verändert. Ziel des Gesetzes ist die Verankerung der SV auf Schulebene, um der Schülerschaft ein größtmögliches Mitspracherecht zu ermöglichen.

In folgenden Bereichen können Schülervertretungen u.a. mitbestimmen: Form und Inhalt des Unterrichts und Fragen der schulischen Erziehung, Kommunikation im Schulalltag, Schaffen von Grundlagen für die SV-Arbeit (Räume, finanzielle Unterstützung, etc.), Vernetzung mit anderen Schülervertretungen, etc. Zudem haben die SVen ein Rechts zur Meinungsäußerung bei verschiedenen Themen: Organisation von Abschlussprüfungen, Auflösung, Neuordnung oder Aufgaben- und Namensänderungen der Schule, Fragen bezüglich des Schulhaushalts und Einsetzung bzw. Abberufung der Schulleitung.

Auf regionaler und nationaler gibt es keine offizielle Schülervertretung und auch kein gesetzliches nationales Gremium zur Vertretung der Interessen der Schülerschaft.

Quelle zur Schülervertretungsarbeit:

Ulrike Leikhof (Hrsg.): „Außerschulische Bildung für innerschulische Demokratie – SV-Arbeit als Schwerpunkt außerschulischer politischer Bildung“, Wochenschau VerlagSchwalbach/Ts., 2007