Neonazis in neuem Gewand

Alexander Häusler beim Vortrag

Alexander Häusler beim Vortrag

Als Einstieg in das Thema der Fachtagung „Kompetent gegen Rechts“ stellte Alexander Häusler neue Entwicklungen im rechten Spektrum vor. Der Sozialwissenschaftler der FH Düsseldorf ist Experte auf diesem Gebiet. Sein Schwerpunkt: die Darstellung der „Neuen Rechten“ bzw. „Modernisierten Rechten“. Während Rechtsextreme früher vor allem explizit Bezug auf den Faschismus genommen und Demokratie abgelehnt haben, suchen die Neuen Rechten neue Feindbilder wie den ungezügelten Kapitalismus oder den militanten Islamismus. Sie verstecken sich dabei in neuen Gewand, bedienen sich bewusst einer alternativer Ästhetik wie Comicfiguren, Graffiti oder Symbolen aus der linken Szene. Ihr Ziel dabei: neue jugendliche Klientel ködern. Mit ihrem Vorgehen werde der Rassimus kulturalisiert und religös umformt, sagte Alexander Häusler. Die neue Rechte stilisiere sich dabei zu einer „Bürgerrechtsbewegung gegen den Untergang Deutschlands“ – und begeht dabei offene Tabubrüche. Sie stellt sich als Medienopfer dar und tritt ein „für ein Recht auf Ressentiments und Radikalismus“.  Aber Häusler mahnt auch: Die Rechte bezieht sich auf real existierende Probleme und deutet sie nationalistisch um. Diesen nur mit der „Moralkeule“ entgegen zu treten, reiche nicht aus. Man müsse „das instrumentelle Verhältnis zur Demokratie herausstellen“. Außerdem sei eine klare Positionierung für eine multikultuell verfasste Einwanderungsgesellschaft nötig. Demokraten sollte sich nicht einlassen auf eine Diskussion von „Kulturkampf“, sondern „die interkulturellen Interessen im sozialen Raum betonen“.