Fachtagung „Jugend im Web 2.0: Kompetent gegen Rechts“ startet am 9. Februar

 Ludwigshafen. Rund 50 Teilnehmende werden zur AKSB-Fachtagung „Jugend im Web 2.0: Kompetent gegen Rechts“ im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen erwartet, die am 9. Januar starten wird. Bis Freitag den 10. Januar wird mit Fachreferent/-innen ein Überblick über die neuen For­men des Recht­sex­trem­is­mus im Web 2.0 gegeben und rechte Strate­gien und Vorge­hensweisen im Netz erläutert. Gle­ichzeitig wer­den  mit den Gesprächspart­nern und Ref­er­enten S(M)V-Aktivitäten und Strate­gien gegen Rechts disku­tiert und entwick­elt. Hier stellen wir Ihnen die Referenten vor:

Botton no-nazi.net

Johannes Baldauf ist Referent der Amadeu Antonio Stiftung und betreibt das Monitoring sozialer Netzwerke für das Modellprojekt no-nazi.net. Seit 2008 beschäftigt er sich mit Rechtsextremismus im Web 2.0 speziell in sozialen Netzwerken. Weitere Schwerpunkte bilden Antisemitismus und Verschwörungstheorien im Internet. Er studierte Literaturwissenschaft und Jüdische Studien in Berlin, Potsdam und Jena.

Meine Erwartung an die Fachtagung: Ich wünsche einen regen fachlichen Austausch und neuen Input für die Arbeit gegen Rechtsextremismus im Netz. Ebenso neue Vernetzungsmöglichkeiten. Und ich hoffe Menschen zu erreichen, die sich vorher wenig mit der Problematik des Rechtsextremismus im Netz auseinandergesetzt haben und diese zu ermutigen selbst aktiv zu werden.

Alexandra Beyersdörfer

Alexandra Beyersdörfer,  M.A. (Univ.), Literaturwissenschaftlerin und Pädagogin, ist seit 2006 Mitarbeiterin bei jugendschutz.net zum Themenbereich Rechtsextremismus im Internet. Gemeinsam mit ihrem Team recherchiert sie, wie Rechtsextreme das Internet zur Propaganda und Ansprache von Jugendlichen nutzen, entwickelt medienpädagogische Konzepte zum Thema und ist an der Erstellung von Handreichungen für die pädagogische Praxis beteiligt. Die Projektarbeit von jugendschutz.net wird finanziert von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Meine Erwartung an die Fachtagung: Communities haben ein großes demokratisches Potenzial, aber Neonazis missbrauchen sie für ihre Propaganda und um junge User zu beeinflussen. Dem müssen alle Akteure gemeinsam entgegen treten. Die Fachtagung soll hier Unterstützung und Impulse liefern.

Guido Brombach

Guido Brombach studierte Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung an der Universität Essen und absolvierte ein Lehramtstudium für die Fächer Chemie und Pädagogik, das er 2001 als Dipl. Erziehungswissenschaftler abschloss. Guido Brombach war von 2001 bis 2006 pädagogischer Assistent im DGB Bildungswerk für den Bereich Computer und multimediale Kommunikation und ist Betreiber des Dotcomblogs. Seit 2007 ist er Leiter des Kompetenzzentrums Digitale Kommunikation, Lernen und Medien des DGB Bildungswerks, Hattingen.

Meine Erwartung an die Fachtagung: Ich möchte für 2 Dinge sensibilisieren:
1. Gemeinsam statt einsam
2. Unterstützen statt schützen

Hans-Uwe Daumann

Hans-Uwe Daumann, Diplom-Soziologe, Stv. Geschäftsführer des Bildungsträgers medien+bildung.com gGmbH, Ludwigshafen, einer Tochtergesellschaft der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) mit den Schwerpunkten Projektkoordination und Öffentlichkeitsarbeit. In seiner Zeit bei der LMK hat er vorher u. a. Studios Offener Kanäle ausgestattet, Seminarprogramme für Bürgerfernsehmacher/innen organisiert, Mediengestalter Bild und Ton ausgebildet und den Offenen Kanal Ludwigshafen geleitet. Freiwilliges Engagement:  u. a. in verschiedenen Kulturvereinen, in der Städtepartnerschaft, Gedenkarbeit und in der Kommunalpolitik.

Meine Erwartung an die Fachtagung: Gerade im Social Web wird deutlich, dass Neonazi-Umtriebe im Netz extremer Ausdruck eines verbreiteten ruppigen, von Ressentiments geprägten Umgangsstils sind. Ich erhoffe mir von der Tagung Aufschlüsse darüber, wie man Alltags-Rassismus und der verbreiteten Neigung zur Ausgrenzung gerade auch im Internet begegnet.

Alexander Häusler

Alexander Häusler ist Sozialwisssenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus der Fachhochschule Düsseldorf. Zusammen mit Fabian Virchow ist er Herausgeber der Edition Rechtsextremismus im Verlag für Sozialwissenschaften.

Meine Erwartung an die Fachtagung: Ich wünsche mir einen spannenden inhaltlichen Austausch, lebendige Diskussionen und freue mich darauf, neue interessierte Menschen kennzulernen!

Dr. Doris Katheder

Dr. Doris Katheder, Leitung des Ressorts Erinnerungsarbeit, Menschenrechte und Werte an der Akademie Caritas-Prickheimer-haus in Nürnberg. Zahlreiche Veröffentlichungen in den Bereichen Medienpädagogik, Zeitgeschichte und Menschenrechte (Grundkurs Menschenrechte in 5 Bänden. Kommentare und Anregungen für die politische Bildung. 2012).

Meine Erwartung an die Fachtagung: Von der Tagung erwarte ich mir vor allem brandaktuelle Analysen, konkrete Impulse für die politische Bildungspraxis und eine Stärkung des Wissens um die Potentiale der politischen Bildung. Darüberhinaus, dass die Ergebnisse dieser Tagung von politisch Verantwortlichen wahrgenommen werden und diese mit einem unbändigen Willen all ihre politische Handlungskraft dafür einsetzen,  in noch viel stärkerem Maße als bisher das Immunsystem unserer Gesellschaft durch Verkleinerung der Armutsschere und der Bildungsschere zu stärken.

 

Georg Mastritsch

Georg Mastritsch hat sich schon früh in der Schülervertretung engagiert, zuerst als Klassensprecher, dann als Schülersprecher und schließlich als Kreisschülersprecher. Um sich weiter im Themenbereich SV-Arbeit zu engagieren, nahm er 2009 beim Bildungswerk für Schülervertretung und Schülerbeteligung e.V. an einer Ausbildung zum SV-Berater teil. Das sind junge engagierte Menschen, die Seminare für Schülervertretungen durchführen und gemeinsam mit den anderen Schüler/innen gemeinsam Werkzeuge erlernen, die notwendig sind um Schule nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Seit August 2011 arbeitet er als Freiwilligendienstleistender beim SV-Bildungswerk als selbstständiger Moderator und Prozessbegleiter.

Meine Erwartung an die Fachtagung: Ich erhoffe mir viele fachkundige Menschen und Multiplikatoren, die mit ihrer Erfahrung Diskussionen bereichern und uns voranbringen!

Sebastian Nikoloff

Sebastian Nikoloff ist Mitglied im Bundesvorstand der Jugendpresse Deutschland – Bundesverband junger Medienmacher. Dort verantwortet er den Bereich Kommunikation und setzt Projekte zur Förderung junger Journalisten um. Ein Hauptanliegen der Jugendpresse ist, junges Engagement zu fördern und sich für eine lebendige Debattenkultur als Fundament einer gesunden Demokratie einzusetzen. 2003 bis 2011 war er Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand der Jugendpresse BW, dem Landesverband der Jugendpresse in Baden-Württemberg.

Meine Erwartung an die Fachtagung: Von der Fachtagung „Kompetent gegen Rechts – Jugend im Web 2.0“ erwarte ich mir einen produktiven Austausch mit Multiplikatoren der Jugendarbeit zum Thema Rechtsextremismus. Ich möchte zeigen, wie die Jugendpresse Deutschland durch neue Ansätze Strategien liefern könnte, um demokratiefeindlichem Gedankengut konsequent zu begegnen und der Herausforderung sinkender öffentlicher Ausgaben zu begegnen.

Thomas Pfeiffer

Thoms Pfeiffer ist Diplom-Pädagoge und Web-Entwickler. Er programmiert WordPress-Blogs, Anbindungen an Facebook und Twitter und einiges mehr. Außerdem gibt er Seminare und Workshops zum Thema „Social Media und Web 2.0 für Marketing und PR“ und hält Vorträge über die Auswirkungen des Digitalen Wandels auf unsere Gesellschaft. Heute schreibt Thomas Pfeiffer regelmäßig für das Projekt „pb21″ der Bundeszentrale für politische Bildung und des DGB Bildungswerks. „Politische Bildung im 21. Jahrhundert – pb21″ möchte die Welt der politischen Bildung mit der Welt des Web 2.0 verbinden. Thomas Pfeiffer engagiert sich mit Satire-Webseiten gegen rechts, stellte Kopien der gesperrten „Dresden Nazifrei“-Seite ins Netz und betreibt die Lernseite „Ich kann es nicht mehr hören“, auf der knackige Argumente gegen rassistische und ausgrenzende Sprüche gesammelt und ausprobiert werden. Er ist Mitglied im Sachausschuss Medienpolitik und Medienethik des Diözesanrates des Erzbistums München und Freising, Mitglied im Arbeitskreis Medien der IHK München und Oberbayern sowie Mitglied im Landesarbeitskreis Medien- und Netzpolitik der bayerischen Grünen. Zurzeit schreibt er an seinem zweiten Buch, das den Titel trägt „Mein Kind ist bei Facebook – Tipps für Eltern“. Thomas Pfeiffer lebt und arbeitet in München und bloggt unter webevangelisten.de

Meine Erwartung an die Fachtagung: Man muss sich rassistischen Meinungen dort widersetzen, wo sie vorkommen: Auf der Straße, in der Schule, in Parlamenten und auch im Internet, z.B. auf Facebook. Nur die wenigsten erkennen auf Anhieb, dass „Anti-Kinderschänder“-Seiten meist Naziparolen durch die Hintertür transportieren. Hier gilt es, Aufklärung zu betreiben und den Nazis ihre „Street Credibility“ zu nehmen und den wahren Charakter ihrer rassistischen Überzeugungen zu entlarven.

Botton no-nazi.net

Simone Rafael ist studierte Publizistin und Kunsthistorikerin. Sie begann als freie Journalistin u.a. für Zitty, Die Welt, Brigitte.de, ART, Vanity Fair. Nach einem Volontariat an der Hamburger Henri-Nannen-Journalistenschule konzipierte und leitete sie ab 2002 für den stern und die Amadeu Antonio Stiftung das Internetportal mut-gegen-rechte-gewalt.de. Seit 2009 ist sie Chefredakteurin von Netz-gegen-Nazis.de, dem Internetportal mit Rat und Tat gegen Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung  und der Wochenzeitung DIE ZEIT. Daneben entwickelt sie Ideen gegen Rechtsextremismus im Internet, etwa die Kampagne „Soziale Netzwerke gegen Nazis“ oder das Argumentationstraining „Generation 50+ aktiv im Netz gegen Nazis“. Ihr neuestes Projekt heißt  „no-nazi.net – Für sozialen Netzwerke ohne Nazis“ und will über soziale Medien mit Jugendlichen für mehr Demokratie im Internet arbeiten.

Meine Erwartung an die Fachtagung: Ich wünsche mir ein Internet, an dem alle angstfrei und gleichwertig teilhaben können, ohne Menschenfeindlichkeit, abwertende Streitkultur und Hass. Das Internet ist zwar ein technisch demokratisches Medium – aber damit demokratische Werte und Normen die Handlungsgrundlage bilden, müssen wir uns alle jeden Tag dafür einsetzen, Nutzer/innen wie Unternehmer/innen. Dafür braucht es viele Aktive mit vielen Ideen – ich erhoffe mir, auf der Fachtagung spannende Gesprächspartner/innen zu treffen, Anregungen zu erhalten und zu geben.

Dirk Strohmenger

Dirk Strohmenger, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, Studium der Rechtswissenschaften in Köln, Rechtsreferendariat in Bonn, seit 1999 Zulassung zum Rechtsanwalt, Mitglied einer überörtlichen Sozietät, seit 2003 Partner in der Sozietät Bietmann, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer – Fachbereich IP/IT, seit 2004 Zulassung als Rechtsanwalt beim Oberlandesgericht Köln, betreut die Standtorte der Sozietät Bietmann in München und Berlin.

Meine Erwartung an die Fachtagung: Web 2.0/Social Media ist kein rechtsfreier Raum, sondern folgt im Grundsatz den gleichen Spielregeln, wie unser reales Zusammenleben. Dieses Bewusstsein zu vermitteln, ist mein Anliegen!

Dr. Helmut Volk

Dr. Helmut Volk, Dipl. Soz. und Schulpsychologe, seit 1978 im Schuldienst und in der Schulberatung tätig. Seit 2009 arbeitet er in dem vom Bayerischen Kultusministerium neu geschaffenen Bereich „Demokratie und Toleranz“ als Regionalbeauftragter, zuständig für alle Schularten in elf  oberbayerischen Landkreisen. Sein Aufgabenfeld umfasst u.a.: Fortbildungsangebote für Lehrkräfte zum Themenfeld „Extremismus“, Organisation von Veranstaltungen oder Projekten an Schulen, Beratung von Schulen, Eltern und Schülern, Aufbau von Netzwerken.

Meine Erwartungen an die Fachtagung: Meine Erwartungen an die Fachtagung liegen in der Erweiterung meines Einblicks in jugendspezifische Kommunikationsformen. Seit Jahren werden die Möglichkeiten des Web 2.0 in immer perfekter werdenden Formen gerade vom rechtsextremistischen Umfeld genutzt , die explizit Jugendliche ansprechen und von ihnen zunehmend auch angenommen werden. Außerdem freue ich mich auf einen erfahrungsbereichernden Austausch.

Martin Ziegenhagen

Martin Ziegenhagen, Dipl. Päd., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Vereinigung Gegen Vergessen – Für Demokratie. Er ist dort seit 2001 als Projektleiter schwerpunktmäßig mit der Planung und Durchführung von Projekten und Veranstaltungen mit dem Ziel der Förderung von demokratischer Kultur und zivilgesellschaftlichem Engagement gegen demokratiefeindliche Phänomene wie Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus beschäftigt. Seit 2007 leitet er das Projekt „Online-Beratung gegen Rechtsextremismus“. Er ist Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin und Mitherausgeber des Buches „Gegen Rechtsextremismus. Handeln für Demokratie.“

Meine Erwartung an die Fachtagung: Web 2.0 bzw. soziale Plattformen sind das, was die Nutzer draus machen. Ich erhoffe mir von der Tagung, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wertvolle Informationen über rechtsextreme Umtriebe im Netz erhalten und vor allem Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was jeder Einzelne tun kann. Denn nichts ist schlimmer, als den Menschenfeinden die Bühne unwidersprochen zu überlassen.